Research-Studie


Original-Research: M1 Kliniken AG - von GBC AG

Einstufung von GBC AG zu M1 Kliniken AG

Unternehmen: M1 Kliniken AG
ISIN: DE000A0STSQ8

Anlass der Studie: Researchstudie (Anno)
Empfehlung: Kaufen
Kursziel: 21,80 Euro
Kursziel auf Sicht von: 31.12.2021
Letzte Ratingänderung:
Analyst: Cosmin Filker, Marcel Goldmann

- Mit der Integration der HAEMATO AG wird das Handels- und Produktgeschäft
ausgebaut
- Stärkere Konzentration auf das Beauty-Segment geplant
- Umsatz- und Ergebniswachstum ab 2021 erwartet

Am 10.06.2020 hat die M1 Kliniken AG die Übernahme aller zuvor im Eigentum
der MPH Health Care AG gehaltenen HAEMATO-Aktien bekannt gegeben und wird
damit ab dem 01.07.2020 neuer Großaktionär der HAEMATO AG. Durch den
HAEMATO-Erwerb soll die M1 Kliniken AG, die derzeit einen starken Fokus auf
das Behandlungssegment hat, künftig auch im Produkt- und Handelsbereich zur
gewohnten Dynamik zurückkehren. Einerseits können hier die gut etablierten
Handelskanäle der HAEMATO genutzt werden. Auf der anderen Seite verfügt die
HAEMATO AG über eine hohe Produktentwicklungskompetenz und den dafür
notwendigen Zertifizierungen, so dass beispielsweise der Produktbereich M1
Select hiervon profitieren könnte. Die HEAMATO AG verfügt auch im Bereich
der Produktherstellung über ein umfangreiches Know-How, so dass hier
perspektivisch Kosteneinsparpotenziale gehoben werden können. Auf der
anderen Seite kann, durch eine mögliche Auslagerung des Handels- und
Produktgeschäftes auf die HAEMATO AG der Beauty-Bereich innerhalb der M1
Kliniken AG fokussierter ausgebaut werden. Der Erwerb der 11,01 Mio.
HAEMATO-Aktien wurde durch die Ausgabe von 2,14 Mio. M1-Aktien im Rahmen
einer Sachkapitalerhöhung bezahlt.

Mit dieser Transaktion wird sich bei der M1 Kliniken AG ein deutlich
verändertes Umsatz- und Ergebnisbild ergeben. Da faktisch eine
Kontrollmehrheit vorliegt, wird die HAEMATO AG künftig in die M1 Gruppe
vollkonsolidiert werden, was zu einem deutlichen Anstieg der Umsatzerlöse
und zu einem sichtbaren Ergebnisanstieg führen wird. Die Mischung der
vergleichsweise hohen Ergebnismargen des Behandlungssegments mit den
niedrigeren Handelsmargen der HAEMATO AG wird insgesamt zwar zu einem
Rückgang der Ergebnismarge führen, das absolute EBIT wird jedoch ein
höheres Niveau erreichen.

In unserer noch getrennten Betrachtung wird die M1 Kliniken AG ihren
eingeschlagenen Wachstumskurs fortsetzen. Allerdings musste die
Gesellschaft aufgrund der Corona-Krise zwischen dem 23.03.20 und 11.05.20
alle Standorte temporär schließen. Auch wenn nach der Wiedereröffnung
innerhalb einer kurzen Zeit eine hohe Auslastung und hohe Buchungsraten
verzeichnet wurden, wird für das laufende Geschäftsjahr somit eine nur
konstante Umsatzentwicklung bzw. ein nur leichtes Umsatzwachstum erwartet.
Während zuvor noch ein Umsatzwachstum von rund 20 % erwartet wurde, dürften
die Standortschließungen zu einem Umsatzverlust von ca. 16 % geführt haben.
Als Folge der Corona-Krise sollte die Gesellschaft, unseren Prognosen zur
Folge, bis zum Geschäftsjahresende 2020 über insgesamt 43 Standorte
verfügen. Bislang hatten wir mit 50 Standorten gerechnet. Analog dazu gehen
wir davon aus, dass die Mittelfristplanung, 100 Standorte bis Ende 2023 zu
betreiben, erst Ende 2023/2024 erreicht wird, was dennoch einem dynamischen
Wachstum entspricht.

Die ab dem 01.07.2020 neu integrierte HAMEATO AG profitiert als
Handelsunternehmen von einer zunehmenden Nachfrage nach Arzneimitteln in
Deutschland sowie von verstärkten Einsparbemühungen der Kostenträger.
Nachdem das abgelaufene Geschäftsjahr 2019 von diversen Belastungsfaktoren
geprägt war, erwartet das HAEMATO-Management für 2020 eine Rückkehr zu
Umsatzwachstum. Da die Gesellschaft die Apotheken mit Arzneimitteln
insbesondere in den Indikationsbereichen Onkologie, Herz-
Kreislauferkrankungen, neurologische Erkrankungen sowie HIV/Aids beliefert,
dürften die Auswirkungen der Covid-19-Pandemie gering ausfallen. In den
adressierten Indikationsbereichen ist eine fortlaufende Medikation
notwendig. Darüber hinaus erkennt das Management derzeit keine starken
Auswirkungen auf die Lieferketten.

Auf Basis unserer Schätzungen für beide Gesellschaften rechnen wir für das
laufende Geschäftsjahr mit Umsatzerlösen in Höhe von 187,04 Mio. EUR. Hier
sind die HAEMATO-Umsätze für einen 6-Monatigen Zeitraum enthalten. Aufgrund
des ganzjährigen Einbezugs im kommenden Geschäftsjahr 2021 dürfte es dann
zu einem deutlichen Anstieg der Umsatzerlöse auf 342,82 Mio. EUR und in
2022 auf 392,74 Mio. EUR kommen. In Kombination errechnet sich eine
niedrigere EBIT-Marge in Höhe von 4,4 % in 2020. Da die margenschwächeren
HAEMATO-Umsätze in 2021 ganzjährig einbezogen sind, dürfte es zunächst zu
einem Margenrückgang auf 3,8 % (EBIT: 13,14 Mio. EUR) kommen. In 2022
rechnen wir mit einer Rentabilitätsverbesserung auf 4,6 % und erwarten dann
ein EBIT in Höhe von 18,22 Mio. EUR. Auf Ebene des Nachsteuerergebnisses
haben wir 52 % des HAEMATO-Ergebnisses als Minderheitenanteile
berücksichtigt. Diese werden lediglich den HAEMATO-Aktionären zugerechnet
und nicht der M1 Kliniken AG.

Im Rahmen des aktualisierten DCF-Bewertungsmodells haben wir ein neues
Kursziel in Höhe von 21,80 EUR (bisher: 21,30 EUR) ermittelt. Einerseits
haben wir bei der M1 Kliniken AG die Prognosen für 2020 reduziert und
erwarten für die Folgejahre ein niedrigeres Wachstumstempo. Der höhere
faire Wert durch den Einbezug der HAEMATO AG wurde zudem durch die höhere
Aktienzahl im Rahmen der Sachkapitalerhöhung teilweise verwässert. Wir
vergeben weiterhin das Rating KAUFEN.

Die vollständige Analyse können Sie hier downloaden:
http://www.more-ir.de/d/21117.pdf

Kontakt für Rückfragen
Jörg Grunwald
Vorstand
GBC AG
Halderstraße 27
86150 Augsburg
0821 / 241133 0
research@gbc-ag.de
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Offenlegung möglicher Interessenskonflikte nach § 85 WpHG und Art. 20 MAR Beim oben analysierten Unternehmen ist folgender möglicher Interessenkonflikt gegeben: (5a,5b,11); Einen Katalog mölicher Interessenkonflikte finden Sie unter:
http://www.gbc-ag.de/de/Offenlegung.htm
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Datum und Zeitpunkt der Fertigstellung der Studie: 19.06.2020 (10:20 Uhr)
Datum und Zeitpunkt der ersten Weitergabe der Studie: 22.06.2020 (12:00 Uhr)

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Für den Inhalt der Mitteilung bzw. Research ist alleine der Herausgeber bzw.
Ersteller der Studie verantwortlich. Diese Meldung ist keine Anlageberatung
oder Aufforderung zum Abschluss bestimmter Börsengeschäfte.